Deutsches Reich 1913


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Deutsches Reich 1913

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Regarder l'objet Diller DE. Deutsches Reich Regarder l'objet Krogoll DE. Kaiserreich, Hamburg. Januar im Spiegelsaal von Versailles.

Während der Zeit des Kaiserreichs war Deutschland wirtschafts- und sozialgeschichtlich geprägt durch die Hochindustrialisierung.

Ökonomisch und sozial-strukturell begann es sich besonders ab den letzten Jahrzehnten des Jahrhunderts vom Agrar- zum Industrieland zu wandeln.

Auch der Dienstleistungssektor gewann mit dem Ausbau des Handels und des Bankwesens wachsende Bedeutung.

Das auch durch die französischen Kriegsreparationen nach verursachte Wirtschaftswachstum wurde durch den sogenannten Gründerkrach von und die ihm folgende langjährige Konjunkturkrise zeitweilig gebremst.

Trotz erheblicher politischer Folgen änderte dies nichts an der strukturellen Entwicklung hin zum Industriestaat. Die Gesellschaftsstruktur wurde durch die Zunahme der städtischen Arbeiterbevölkerung und — vor allem in den Jahren ab etwa — auch des neuen Mittelstandes aus Technikern, Angestellten sowie kleinen und mittleren Beamten wesentlich verändert.

Dagegen ging die wirtschaftliche Bedeutung des Handwerks und der Landwirtschaft — bezogen auf deren Beiträge zum Volkseinkommen — eher zurück.

Als Zäsur gelten der Übergang zum Staatsinterventionismus Schutzzoll , Sozialversicherung sowie das Sozialistengesetz. Zweibund mit Österreich-Ungarn Ab begann der — später intensivierte — Einstieg in den überseeischen Imperialismus.

Allerdings spielten daneben auch andere, teilweise konkurrierende Akteure eine wichtige Rolle. Durch den Aufstieg von Massenverbänden und -parteien sowie die wachsende Bedeutung der Presse gewann zudem die öffentliche Meinung an Gewicht.

Nicht zuletzt darum versuchte die Regierung mit einer imperialistischen Weltpolitik, einer antisozialdemokratischen Sammlungspolitik und einer populären Flottenrüstung siehe Flottengesetze ihren Rückhalt in der Bevölkerung zu erhöhen.

Auch in der Innenpolitik gewann das Militär an Einfluss. Mit der zunehmenden Anzahl von Kriegstoten an den Fronten und der sozialen Not in der Heimat gefördert durch alliierte Seeblockaden begann die Monarchie an Rückhalt zu verlieren.

Erst gegen Kriegsende kam es zu den Oktoberreformen , die unter anderem bestimmten, dass der Reichskanzler das Vertrauen des Reichstages haben musste.

Schon bald darauf wurde in der Novemberrevolution die Republik ausgerufen , und die verfassunggebende Nationalversammlung in Weimar konstituierte das Reich als parlamentarische Demokratie.

Das heutige Deutschland ist völkerrechtlich mit dem Deutschen Reich des Jahres identisch, auch wenn sich Regierungsform und Verwaltungsgebiet seither mehrmals geändert haben.

Die deutsche Geschichte des Jahrhunderts war bis zur Nationalstaatsgründung geprägt von vielfachen politischen und territorialen Veränderungen, die nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ab in eine neue Phase eingetreten waren.

Das Alte Reich , ein von den römisch-deutschen Kaisern geführtes vor- und übernationales Gebilde — seit Mitte des Die dem Wiener Kongress folgende, in der späteren Geschichtsschreibung als Vormärz bezeichnete Ära war geprägt von der Restaurationspolitik , die überstaatlich vom österreichischen Staatskanzler Clemens Wenzel Fürst von Metternich dominiert war.

Nationalstaatliche und bürgerlich-demokratische Bewegungen standen der Restaurationspolitik entgegen. Im Revolutionsjahr in weiten Teilen Mitteleuropas wurde auch die Märzrevolution in den deutschen Staaten in die revolutionäre Bewegung mit einbezogen.

Nach einem Jahrzehnt der politischen Reaktion Reaktionsära , in dem demokratische und liberale Bestrebungen erneut unterdrückt wurden, bildeten sich ab Beginn der er Jahre in den deutschen Staaten die ersten politischen Parteien im heutigen Sinn.

Dieser erhielt eine bundesstaatliche Verfassung. Ausgelöst durch einen diplomatischen Streit um die spanische Erbfolge begann der Deutsch-Französische Krieg.

Die süddeutschen Staaten nahmen am Krieg teil und traten zum 1. Januar dem Norddeutschen Bund bei. Die drei Kriege zwischen und werden auch als deutsche Einigungskriege bezeichnet.

September machten den Weg für die Reichsgründung frei. Bismarck begann mit den süddeutschen Staaten zu verhandeln. Zum anderen bedeutete der gestärkte monarchische Föderalismus eine Barriere gegen Tendenzen zur Parlamentarisierung.

In der deutschen Öffentlichkeit wurden Forderungen nach einer Annexion des Elsass und Teilen Lothringens erhoben, und Bismarck machte sich diese Forderungen zu eigen.

Letztere erleichterte Bismarck die Verhandlungen mit den süddeutschen Staaten, die in den Novemberverträgen mündeten. Gleichwohl musste er Zugeständnisse machen, die sogenannten Reservatrechte.

Überdies hielt es genauso wie Württemberg an einem eigenen Postwesen fest. Diese Benennung war staatsrechtlich von untergeordneter, symbolisch jedoch von erheblicher Bedeutung — die Erinnerung an das Alte Reich erleichterte die Identifikation mit dem neuen Staat.

November König Wilhelm zum deutschen Kaiser vor. Die geheimen jährlichen Zuwendungen, die Bismarck aus dem Welfenfonds für Ludwig abzweigte, summierten sich auf 4 bis 5 Millionen Mark.

Bezeichnend für den Charakter des neuen Reiches war, dass die Vertreter des Norddeutschen Reichstages warten mussten, bis die Bundesfürsten ihre Zustimmung zur Kaiserwürde erklärt hatten.

Erst danach durften die Abgeordneten den König um eine Annahme der Kaiserkrone bitten. Dies stand im deutlichen Kontrast zur Kaiserdeputation von Bismarck warnte, dass die süddeutschen Monarchen dies kaum akzeptieren würden.

März kam es dann zu den ersten Reichstagswahlen. Die erste konstituierende Reichstagssitzung fand am Danach wurde die Verfassung vom 1.

Januar überarbeitet und am April verabschiedet; [8] sie ist normalerweise gemeint, wenn von der "Bismarckschen Reichsverfassung" die Rede ist.

Die Unterzeichnung fand am Mai statt. Das Reichsmünzgesetz vereinheitlichte die deutschen Währungen, die Mark wurde als einheitliche Währung im Reich eingeführt und ersetzte die bisherigen Zahlungsmittel der Einzelstaaten.

Die neue Mark -Währung basierte auf dem Goldstandard. Die Grenzlänge betrug insgesamt 5. Entweder wird es von allen Nachbarn bedroht oder es bedroht alle Nachbarn.

Das Deutsche Reich hatte keine offizielle Nationalhymne. Nach Art. Sie stammen noch aus der Zeit des Norddeutschen Bundes. Die Verfassung des Deutschen Reiches vom Sie war zum einen ein Organisationsstatut , welches die Kompetenzen der Staatsorgane , durch die das Reich handelte, und sonstiger Einrichtungen des Reiches gegenseitig nach innen abgrenzte.

Sie legte andererseits die Zuständigkeit des Reiches gegenüber den Bundesstaaten fest. Hier folgte sie dem Prinzip der begrenzten Einzelermächtigung.

Das Reich durfte nur für diejenigen Angelegenheiten tätig werden, die dem Reich in der Verfassung ausdrücklich als Zuständigkeit zugewiesen wurden.

Im Übrigen waren die Bundesstaaten zuständig. Die Reichsverfassung verfügt über keinen Grundrechtsteil , der die Beziehung zwischen Untertan Bürger und Staat mit Verfassungsrang rechtlich näher ausgestaltet hätte.

Lediglich ein Benachteiligungsverbot auf Grund der Staatsbürgerschaft eines Bundesstaates Inländergleichbehandlung war normiert. Der fehlende Grundrechtsteil musste sich nicht zwangsläufig nachteilig auswirken.

Weil die Bundesstaaten in der Regel die Reichsgesetze vollzogen, wurden nur sie rechtseingreifend gegenüber dem Bürger tätig.

Januar einen Grundrechtskatalog. Dem entsprach, dass das Deutsche Reich ein Bundesstaat war. Seine Gliedstaaten hatten ausgeprägte Eigenzuständigkeiten, wobei ihnen zusätzlich über den Bundesrat eine bedeutende Gestaltungsfunktion auf Reichsebene zufiel.

Der Bundesrat war von Verfassungs wegen als der eigentliche Souverän des Reiches gedacht. Seine Kompetenzen waren dabei sowohl legislativer wie auch exekutiver Art.

Realpolitisch blieb seine Bedeutung als eigenständiges Machtzentrum aus verschiedenen Gründen allerdings beschränkt.

Der Kaiser führte den Oberbefehl über die Kriegsmarine und über das deutsche Heer über das bayerische Heer nur in Kriegszeiten.

Insbesondere sah die Verfassung vor, dass der Kaiser, falls erforderlich, mittels des Heeres die innere Sicherheit wiederherstellen konnte.

Diese Konzentration der Kommandogewalt wurde oftmals in der Innenpolitik als Druckmittel eingesetzt. Die süddeutschen Königreiche Württemberg und Bayern behielten sich bei den Verfassungsverhandlungen Reservatrechte vor.

Der Reichskanzler war in diesem Machtgefüge der dem Kaiser verantwortliche Reichsminister, dem die Staatssekretäre unterstanden. Das demokratische Defizit dieser Verfassung lag vor allem in der fehlenden parlamentarischen Verantwortlichkeit des Reichskanzlers begründet, den der Reichstag weder wählen noch stürzen konnte.

Erst im Oktober wurde die parlamentarische Verantwortlichkeit des Reichskanzlers im Rahmen der Oktoberverfassung eingeführt. Das eigentliche Gegengewicht zu den verbündeten Regierungen, dem Bundesrat und zur Reichsleitung bildete der Reichstag.

Im Grundsatz war die Wahl geheim, wenn auch nicht unbedingt in der Praxis. Dies war im Vergleich mit anderen europäischen Staaten, aber auch mit dem Wahlrecht in vielen Bundesstaaten , ein besonderer demokratischer Zug der Reichsverfassung.

Die Legislaturperiode des Reichstages dauerte anfangs drei Jahre, nach fünf Jahre. Der Bundesrat konnte mit Zustimmung des Kaisers das Parlament jederzeit auflösen und Neuwahlen ausschreiben; in der Realität ging die Initiative zur Auflösung vom Kanzler aus.

Die Abgeordneten erhielten als Gegengewicht zum allgemeinen Wahlrecht keine Diäten. Die Abgeordneten hatten ein freies Mandat und waren nach dem Verfassungstext nicht an die Aufträge der Wähler gebunden.

In der Praxis setzte sich freilich rasch die Fraktionsbildung weiter durch. Dieses zentrale Parlamentsrecht war im Zeitalter des Rechtspositivismus von wachsender Bedeutung, beruhte das Regierungshandeln doch im Kern auf Gesetzen.

Verordnungen der Regierung spielten nach der Entwicklung der Lehre vom Gesetzesvorbehalt nur noch nach parlamentarischer Ermächtigung eine Rolle.

Verwaltungsrichtlinien kam nur verwaltungsinterne Wirkung zu. Die Haushaltsdebatte entwickelte sich rasch zur Generaldebatte über das gesamte Handeln der Regierung.

Allerdings war die Entscheidungsmöglichkeit über den Militäretat, der den Hauptausgabeposten des Reiches bildete, begrenzt. Bis war der Etat ohnehin festgelegt und später sorgten die Septennate und später die Quinquennate für eine Begrenzung der Parlamentsrechte in diesem Bereich.

Damit war die politische Leitung des Reiches auf die Zusammenarbeit mit dem Reichstag angewiesen. Vielmehr stellte die Verfassung einen Kompromiss zwischen den nationalen und demokratischen Forderungen des aufstrebenden Wirtschafts- und Bildungsbürgertums und den dynastischen Herrschaftsstrukturen dar konstitutionelle Monarchie , beziehungsweise einen Kompromiss zwischen dem unitarischen Prinzip, das von Kaiser und Reichstag verkörpert wurde, und dem föderalistischen Prinzip mit dem Bundesrat als Vertretung der Gliedstaaten.

Die Verfassungsordnung war ein wichtiger Rahmen für die tatsächliche Herrschaftsordnung. Tatsächlich waren die in der Bismarckschen Reichsverfassung verankerten Institutionen wie der Reichstag oder der Kanzler für das politische System von zentraler Bedeutung.

Darüber hinaus gab es weitere Machtzentren, die von der geschriebenen Verfassung nur teilweise abgebildet wurden.

So gut wie keine Erwähnung fand in der Verfassung etwa die Bürokratie. Bei allen innenpolitischen Konflikten sorgte der bürokratische Apparat für Kontinuität.

Gleichzeitig mussten die politischen Entscheidungsträger — auch Reichskanzler und Kaiser — mit dem Eigengewicht der höheren Beamten rechnen.

Neben dem Reichskanzler gab es keine regelrechte Reichsregierung. In den höheren Positionen auch der höheren Reichsverwaltung waren Protestanten ebenso wie Angehörige des Adels überrepräsentiert.

Politisch allerdings waren diese anfangs noch vergleichsweise liberal ausgerichtet. Erst eine langfristige Nachwuchspolitik sorgte auf längere Sicht für eine konservative Ausrichtung der höheren Beamtenschaft.

Die Verfassung garantierte dem Kaiser einen erheblichen Handlungsspielraum. Für die Entscheidungen der Monarchen spielten die verschiedenen kaiserlichen Beratungsgremien wie das Zivil- , Militär- und Marinekabinett wichtige Rollen.

Hinzu kamen der Hof und die engen persönlichen Vertrauten der Kaiser. Bereits mit Wilhelm I. Vor allem unter Kaiser Wilhelm II.

Kaum zu unterschätzen ist auch der Wandel des Kaisers von einem Präsidium des Bundes zu einem Reichsmonarchen. Der Kaiser wurde zunehmend zu einem Symbol des Reiches.

Unstrittig ist, dass der kaiserliche Einfluss bis noch begrenzt war, während die Bedeutung des Kaisers bis deutlich zunahm, um danach wieder an Bedeutung zu verlieren.

Es blieb daher eine der zentralen Stützen der Monarchie. Insbesondere der Generalstab bereits unter Helmuth Karl Bernhard von Moltke und später Alfred von Waldersee versuchte Einfluss auch auf politische Entscheidungen zu nehmen.

Dasselbe gilt für Alfred von Tirpitz in Marinefragen. Dennoch bildete die Armee als Drohpotential einen nicht zu unterschätzenden innenpolitischen Machtfaktor.

Die enge Verbundenheit mit der Monarchie spiegelte sich zunächst noch im stark adelig geprägten Offizierskorps wider.

Die entsprechende Auswahl und die innere Sozialisation im Militär sorgten allerdings dafür, dass auch das Selbstverständnis dieser Gruppe sich kaum von dem ihrer adeligen Kameraden unterschied.

Der Militarismus in Deutschland verstärkte sich. Zwischen und den er Jahren hat die Gesellschaft das Militär eher mit Misstrauen betrachtet.

Dies änderte sich nach den Siegen von bis fundamental. Das Militär wurde zu einem zentralen Element des entstehenden Reichs patriotismus. Kritik am Militär galt als unpatriotisch.

So erreichte das Militär erst mit einer Friedenspräsenzstärke von fast In den folgenden Jahren wurden die Landstreitkräfte weiter verstärkt. Zwischen und forderte die kostspielige Flottenrüstung Einschränkungen beim Landheer.

In dieser Zeit hatte sich der Generalstab selbst gegen einen Ausbau der Truppenstärke gewandt, weil er eine Verstärkung des bürgerlichen zu Lasten des adeligen Elements im Offizierskorps befürchtete.

Nach wurde die Aufrüstung intensiv vorangetrieben. Die für die Durchführung des Schlieffenplanes notwendige Truppenstärke wurde dabei letztlich nicht erreicht.

Das Heer gewann während des Kaiserreichs eine sehr starke gesellschaftlich prägende Bedeutung. Auch für viele Bürger wurde der Status eines Reserveoffiziers nunmehr zu einem erstrebenswerten Ziel.

Von Bedeutung war das Militär zweifellos auch für die innere Nationsbildung. Der gemeinsame Dienst förderte die Integration der katholischen Bevölkerung in das protestantisch dominierte Reich.

Selbst die Arbeiter blieben gegenüber der Ausstrahlung des Militärs nicht immun. Wegen des Überangebots an Wehrpflichtigen in Deutschland leistete allerdings nur gut die Hälfte eines Jahrgangs aktiven Militärdienst.

Überall im Reich wurden die neuen Kriegervereine zu Trägern einer militaristischen Weltanschauung. Welche Breitenwirkung diese entfalteten, zeigt die Mitgliederzahl von 2,9 Millionen im Kyffhäuserbund Der Bund war damit die stärkste Massenorganisation des Reiches.

Die vom Staat geförderten Vereine sollten die militärische, nationale und monarchische Gesinnung pflegen und die Mitglieder gegenüber der Sozialdemokratie immunisieren.

Ein Kennzeichen dafür war das enorme Bevölkerungswachstum. Im Jahr lebten im Reich 41 Mio. Einwohner, waren es über 49 Mio.

Damit verbunden war auch eine Veränderung der Lebensweisen. So unterschied sich das Leben etwa in den Mietskasernen von Berlin grundlegend vom Leben auf dem Dorf.

Dabei dominierten zu Beginn des Reiches der Eisenbahnbau und die Schwerindustrie ; später kamen als neue Leitsektoren die chemische Industrie und die Elektroindustrie hinzu.

Diese Veränderung spiegelte sich auch in der Entwicklung der Beschäftigungsverhältnisse wider. Lag die Relation der landwirtschaftlich Berufstätigen gegenüber denen in Industrie, Verkehr und Dienstleistungssektor noch bei 8,5 zu 5,3 Millionen, betrug das Verhältnis 9,6 zu 7,5 Millionen und 9,6 zu 10 Millionen.

Sozialgeschichtlich war das Kaiserreich vor allem geprägt vom Aufstieg der Arbeiterschaft. Dabei entwickelten die unterschiedlichen Herkunftsgruppen aus Ungelernten, Angelernten und gelernten Arbeitern bei allen weiterbestehenden Unterschieden durch die gemeinsamen Erfahrungen am Arbeitsplatz und in den Wohnquartieren tendenziell ein spezifisches Selbstverständnis der Arbeiterbevölkerung.

Diese achteten auf soziale Distanz zu den Arbeitern, auch wenn sich ihre ökonomische Lage von der der Industriearbeiter wenig unterschied. Zu den stagnierenden Teilen der Gesellschaft gehörte der alte städtische Mittelstand.

Handwerker fühlten sich oft von der Industrie in ihrer Existenz bedroht. Die Realität war allerdings unterschiedlich: Es gab überbesetzte traditionelle Handwerksberufe; andererseits profitierten Bau- und das Nahrungsmittelhandwerke von der wachsenden Bevölkerung und der Stadtentwicklung.

Viele Berufe passten sich an Entwicklungen an, zum Beispiel stellten die Schuhmacher keine Schuhe mehr her, sondern reparierten sie nur noch.

Wirtschaftlich war die Existenz des Grund besitzenden Adels vor allem in Ostelbien durch die zunehmende internationale Verflechtung des Agrarmarktes bedroht.

Die Forderung des Adels und der landwirtschaftlichen Interessenverbände nach staatlicher Hilfe wurde ein Merkmal der Innenpolitik während der Kaiserzeit.

Weniger stark verändert als Wirtschaft und Gesellschaft haben sich in dieser Zeit die konfessionellen Unterschiede. Aber auch sie waren für die Gesamtgeschichte des Reiches bedeutend.

An der allgemeinen Konfessionsverteilung der Frühen Neuzeit änderte sich grundsätzlich kaum etwas. Weiterhin gab es fast rein katholische Gebiete Nieder- und Oberbayern , nördliches Westfalen , Oberschlesien und andere und fast rein protestantische Schleswig-Holstein, Pommern, Sachsen etc.

Die konfessionellen Vorurteile und Vorbehalte, insbesondere gegenüber gemischt konfessionellen Ehen, waren daher weiterhin erheblich.

Nach und nach kam es durch Binnenwanderung zu einer allmählichen konfessionellen Durchmischung. Politisch hatte die Konfessionsverteilung erhebliche Folgen.

In den katholisch dominierten Gebieten gelang es der Zentrumspartei , die überwiegende Mehrzahl der Wähler für sich zu gewinnen.

Erst mit der zunehmenden Säkularisierung in den letzten Jahrzehnten des Kaiserreichs begann sich dies zu ändern.

Um bildeten die Juden im Deutschen Kaiserreich mit einem Anteil von etwas über einem Prozent der Gesamtbevölkerung eine prozentual kleine Minderheit.

Durch eine geringere Geburtenzahl und dem zunehmenden Anteil christlich-jüdischer Ehen, bei denen die Kinder meist christlich erzogen wurden, nahm ihr Anteil allmählich ab.

In den Ostprovinzen mit gemischt deutscher und polnischer Bevölkerung bekannten sich die Juden überwiegend zum Deutschtum. Auch unter denjenigen Juden, die ostjiddische Dialekte sprachen, war die Tendenz zur Assimilation in die deutsche Gesellschaft lange Zeit stark ausgeprägt.

Der Zionismus , der eine nationale Heimstätte für die Juden in Palästina zu begründen suchte, wurde bis zum Ende des Kaiserreichs von der ganz überwiegenden Mehrheit der deutschen Juden abgelehnt.

Davon waren Die Klage wurde abschlägig beschieden. In der Begründung stellte das Verfassungsgericht fest:.

Bundesrepublik und DDR seien Teilordnungen unter einem gemeinsamen Dach, weswegen diese Rechtsauffassung als Dachstaattheorie oder Teilordnungslehre bezeichnet wird.

Bestätigt wurde diese Position mit Bezug auf die Identität des deutschen Staatsvolks im sogenannten Teso-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts von Das Bundesverfassungsgericht entschied im Sinne Tesos und bekräftigte, es gebe nur eine einzige deutsche Staatsangehörigkeit.

Dieser Kontinuitätsanspruch lässt sich etwa am Görlitzer Abkommen vom 6. Februar das Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz von mit einigen Änderungen fortschrieb, lässt sich diese Rechtsauffassung ablesen.

Das Deutsche Reich sei in einer debellatio untergegangen, es gebe nunmehr zwei deutsche Staaten. Seit Flagge Deutschlands Bundesrepublik Deutschland.

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Von der Römischen Antike bis zur Neuzeit , C. Müller, 4. Vom Alten Reich bis Weimar — Springer, Berlin , Rn.

Eine kleine deutsche Verfassungsgeschichte. Beck, München , S. In: Ders. Studien zur Weimarer Republik und zum Nationalsozialismus. Stanley L. Mohr Siebeck, Tübingen , S.

Mai war auch nur ein militärischer Akt und konnte deshalb die rechtliche Substanz der deutschen Staatsgewalt nicht entscheidend treffen. Mai wurde der Kern der deutschen Staatsgewalt noch nicht getroffen, da die Staatsgewalt nicht vom Schicksal eines ihrer Funktionsträger abhängt und im übrigen auf mittlerer und unterer Ebene immer noch deutsche Staatsgewalt ausgeübt wurde.

Die Geschichte ihrer Beziehungen — September , ABl. Zur Geschichte des Grundgesetzes. Entwürfe und Diskussion — Dtv, München , S. Einleitung des Bearbeiters.

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Bereits mit Wilhelm I. Der Arbeiterflügel etwa wurde durch den sogenannten Gewerkschafts- und Lotto How To Play geschwächt. Dies geschah zunehmend auch gegen die Regierung und teilweise in Zusammenarbeit mit der neuen Rechten. Die Folge war freilich, dass der schwarz-blaue Block seine Mehrheit verloren hatte, ohne dass eine neue Mehrheit in Sicht gewesen wäre.

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